Kampagne · Handelsbilanz & Industrie
Chinas Exporte steigen im Rekordtempo, während die deutsche Industrie seit Jahren schrumpft. Ökonomen nennen es den zweiten China-Schock. Eine Antwort liegt auch bei uns: bewusster einkaufen, europäische Hersteller stärken.
Der Hintergrund
Die Ökonomen Sander Tordoir (Centre for European Reform) und Brad Setser (Council on Foreign Relations) beschreiben in ihrem Papier „China Shock 2.0 – The cost of Germany's complacency" einen Schock, dessen Ursache in Chinas gezielter Industriepolitik liegt: massive Subventionen, Überkapazitäten, Kontrolle über Rohstoffe und strategische Marktbarrieren.
Die Folge: Deutschlands Kernindustrien werden gleichzeitig aus dem chinesischen Markt, aus Drittmärkten und aus dem eigenen Heimatmarkt gedrängt. Besonders sichtbar in der Autobranche — Schätzungen für 10 Millionen exportierte Fahrzeuge „bis Ende des Jahrzehnts" wurden von China bereits erreicht.
Chinesische Firmen dominieren zunehmend Zukunftsmärkte: E-Autos, Batterien, Solar, Chips, Robotik — technologisch und preislich.
Nicht Markt, sondern Politik: Subventionen und Überkapazitäten schaffen künstliche Kostenvorteile, gegen die fairer Wettbewerb schwer ankommt.
Viel der Nachfrage aus Deutschlands Fiskalexpansion droht direkt in chinesische Importe zu fließen — und die Erholung abzuwürgen.
Ehrlich bleiben: Tordoir und Setser fordern in erster Linie politisches Handeln — Handelsschutz und Industriepolitik von Berlin und Brüssel. Ein Konsumboykott ist nicht ihre Empfehlung. Diese Kampagne nutzt ihre Analyse als Beleg für das Problem und leitet daraus eine freiwillige, persönliche Kaufentscheidung ab — als eine von vielen möglichen Antworten, nicht als Ersatz für Politik.
Was jede:r tun kann
Es geht nicht um „nichts aus China". Es geht darum, europäische und heimische Hersteller bei gleichwertigen Alternativen zu bevorzugen und die eigene Kaufkraft dort einzusetzen, wo sie Arbeitsplätze in Europa hält.
Nicht nur eine Stimme
Tordoir und Setser stehen nicht allein. Mehrere renommierte Ökonom:innen und Institutionen beschreiben dieselbe Diagnose — auch wenn ihre Rezepte sich unterscheiden.
Der frühere EZB-Chef warnt in seinem Wettbewerbsbericht (2024) vor einem langsamen Niedergang Europas ohne koordinierte Industriepolitik und massive Investitionen.
Der CFR-Ökonom und Ko-Autor dokumentiert seit Jahren Chinas explodierenden Überschuss — lange bevor der IWF das Thema ernst nahm.
Der Ökonom (LSE / früher EU-Parlament) nennt den zweiten China-Schock bereits Realität — und für Europa deutlich härter als der erste.
Das Papier im Original: „China Shock 2.0 — The cost of Germany's complacency" von Sander Tordoir & Brad Setser, Centre for European Reform, Mai 2026. Zum Volltext auf cer.eu →
Deine Zusage
Ich verpflichte mich, bei gleichwertigen Alternativen europäische und heimische Hersteller zu bevorzugen — freiwillig und ohne Fanatismus.
Menschen haben bereits zugesagt